Der Feind in meinem Auto: Wenn das Navi zum Verhängnis wird

8. Februar 2010 | Von Minu Lorenzen | Kategorie: Destination

Zwei Vorfälle, bei denen Autofahrer zu Geisterfahrern wurden, weil sie auf ihr Navigationssystem hörten, sorgen für besorgte Psychologen. Sie gehen von einem neuen Trend aus, der den gesunden Menschenverstand durch Technik ersetzt.

Stock Foto Scriptum 10919.JPG

Innerhalb von nur einem Monat begaben sich zwei Autofahrer in die falsche Richtung im Strenger Tunnel – Ihr Navi hatte ihnen empfohlen, zu wenden. Laut Aussagen von orf.at seien diese Aussetzer des menschlichen Denkvermögens keine Einzelfälle. Nicht selten gehorchen Autofahrer ihrem Navigationssystem aufs Wort und landen nicht immer am gewünschten Zielort. So erging es auch den Schweden, die statt auf der italienischen Insel Capri in Carpi, im nördlichen Italien, landeten. Ein anderer Fahrer fuhr mit seinem voll besetzten Auto in den Main.

Der deutsche Psychologe Fritz Meyer-Gramcko sieht das Problem darin, dass sich die Fähigkeit, Karten zu lesen, gar nicht erst angeeignet oder wieder verlernt wird, sobald Technische Hilfsmittel ins Spiel kommen.

Verkehrssoziologe Alfred Fuhr stellt fest: “Durch die Navigationsgeräte sind die Menschen virtueller unterwegs und nehmen die reale Welt außerhalb des Fahrzeugs nur noch über Sensoren wahr.”

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