“Private Browsing” – “Porn Mode” wird zum neuen Standard bei Webbrowsern
15. September 2008 | Von Rooster3 | Kategorie: Business
In den Webbrowser-Markt könnte schön langsam Bewegung kommen. Bisher dominierte der Internet Explorer mit gut zwei Drittel Marktanteil, Platz zwei geht an Mozilla Firefox mit Anteilen zwischen 25-30 Prozent. Mit Googles Chrome dringt ein neuer Konkurrent in den Wettbewerb der Tore zum Internet, zugleich zeichnen sich neue Browser-Trends ab, die auch der restlichen Microsoft-Konkurrenz zugugte kommen könnten.
Beim Browser-Anbieter Opera machen sich angesichts von Googles Einstieg ins Browser-Geschäft keine Sorgenfalten breit, behauptet zumindest Opera-Sprecher Thomas Ford. Er erwartet sich durch die neuen Kräfteverhältnisse am Browsermarkt sogar Vorteile für Opera. „Wenn in der Öffentlichkeit das Bewusstsein hinsichtlich Alternativen steigt, ist das positiv“, meint Ford. Vor allem Microsofts Vormachtstellung gerate durch die Google-Offensive in Gefahr: „Google nutzt mit der Google-Startseite den effektivsten Vertriebskanal der Welt.“ Opera kämen Risse in der Micorsoft-Dominanz wohl tatsächlich entgegen, immerhin hält das Projekt bei gerade 1,5 Prozent Marktanteil – wenn Chrome die Experimentierfreudigkeit der User steigert, könnten auch andere Brower-Alternativen vom neuen Konkurrenten profitieren.
„Ein Browser-Anbieter zu werden, bedeutet eine besonders große Verantwortung“, fasst Opera-Sprecher Ford die jüngsten Entwicklungen auf dem Browser-Markt zusammen. Um als „Fenster zum Internet“ erfolgreich zu sein, müsse man das Vertrauen der User gewinnen. Nicht zufällig setzen die Hersteller jetzt verstärkt auf den Schutz der Privatsphäre – oder versuchen zumindest die Datenschutzmaßnahmen der Konkurrenz zu diskreditieren. So übte Microsoft unlängst Kritik an Googles vermeintlicher Unerfahrenheit und schrieb sich selbst „10 Jahre Vorsprung“ in diesem sensiblen Bereich zu.
Im Kampf um Marktanteile wird „Private Browsing“, auch augenzwinkernd „Porn Mode“ genannt, zusehends zum Standard: Die History loggt dabei keinerlei Informationen über die aktuelle Session mit, die dauerhafte Abspeicherung von Passwörtern oder Cookies ist ebenso deaktiviet wie die Auto-Vervollständigung in Eingabefeldern.
Der Apple-Browser Safari bietet diese Schutzmaßnahmen schon seit einigen Jahren, jetzt haben auch Google Chrome und Microsofts Internet Explorer 8 nachgezogen. Wo beim Explorer allerdings getrennte Fenster für den Privatsphärenmodus aufgemacht werden, beeinflusst der Wechsel auf den „Porn Mode“ bei Safari alle Fenster.
Mit Firefox 3.1 wächst auch bei Mozilla die Bedeutung von „Private Browsing“. Angesichts der aktuellen Schlacht um Marktanteile kann sich wohl kein Anbieter den Sicherheits-Bedürfnissen der User verschließen.













