Twitter & Musikindustrie: Warum Stars “zwitschern” sollten

27. März 2009 | Von Rooster3 | Kategorie: Heads&Faces

Vor wenigen Jahren wurde Myspace in den Marketingabteilungen der Labels zurecht als „next big thing“ gehandelt: Multimediale Darstellungsformen, direkter Kontakt zur Community, Songs zum Reinhören, Konzertupdates, Videos, und Blogs – alles was das Fanherz begehrt. Jetzt entdeckt die Industrie den Microblogging-Dienst Twitter, der kurze aber zutiefst private Einblicke ins Starleben bieten soll. Zumeist sind es aber nicht die Stars selbst, sondern „Ghostwriter“, welche die digitale Fankorrespondenz bewältigen.

“Twitter ist der optimale Kanal für prominente Persönlichkeiten, um in einen direkten Kontakt mit ihren Fans zu treten”, erklärt Markus Hübner, Geschäftsführer der Brand Management Agentur Brandflow gegenüber pressetext.at die in den Marketingabteilungen entflammte Begeisterung für „tweets“.

In den USA ist Twittern längst Bestandteil professioneller Öffentlichkeitsarbeit: Egal ob im Film-, Musik-, Sport- oder Medienbusiness – aus PR-Strategien ist Twitter nicht mehr wegzudenken. Während manche Superstars wie Mike Skinner („The Streets“) tatsächlich selbst per Handy von durchtanzten Clubnächten und Überstunden im Aufnahmestudio berichten, tippen nur wenige Celebritys ihre Mikroblogs persönlich. Der Großteil wird von Ghostwritern vertreten, welche die Fangefolgschaft mit vermeintlich intimen Einblicken sowie Tour- und Veröffentlichungsterminen versorgen.

US-Rapper 50 Cent, der sich über 200.000 „Follower“ freuen darf, lässt sich tweet-technisch von Chris Romeo vertreten: “Er verwendet die Seite eigentlich gar nicht, aber die Energie der Message kommt direkt von ihm.”

“Das enorme kommunikative Potenzial, das Twitter bietet, hat sich schon im Laufe des Wahlkampfs von Barack Obama gezeigt. Der amtierende US-Präsident hat es durch konsequente Arbeit im Web geschafft, eine breite Unterstützung in der Bevölkerung für seine Ziele und Anliegen aufzubauen”, erklärt Marketingexperte Hübner.

“Das Personality-Branding der Top-Stars ist in der Regel sehr genau durchdacht. Mithilfe von Twitter haben sie die Möglichkeit, ihr Marketing und Image wesentlich gezielter zu steuern.”

Allerdings lebt dieses Image von seiner Authentizität – und die lässt sich eben nur schwer von Ghostwritern inszenieren: “Für den letztendlichen Erfolg des Twitter-Engagements eines Promis ist Authentizität ein wesentliches Kriterium. Hier wird sich die Spreu vom Weizen trennen. Die Fans erwarten sich, dass sich ihre Idole selbst die Zeit dafür nehmen, eine kurze Botschaft oder Neuigkeit einzutippen”, so Hübner.
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Twitter

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    1. [...] Da die Stars der Szene aber nicht die Zeit haben Tweets zu verfassen, erledigen diese Dinge Ghostwriter. Die Musikbranche hat Twitter als Marketingtool erkannt und ist darum bemüht es fleißig auszuschöpfen: „Das Personality-Branding der Top-Stars ist in der Regel sehr genau durchdacht. Mithilfe von Twitter haben sie die Möglichkeit, ihr Marketing und Image wesentlich gezielter zu steuern.” (rooster24.com) [...]

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